Goa Gajah

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Unweit des Ortszentrums der balinesischen Künstlermetropole Ubud, ca. 6 km südöstlich des, liegt die Elefantenhöhle, Goa Gajah, eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten von Baliurlaubern. Die erst in den 1920er Jahren wiederentdeckte Anlage ist eine der ältesten Zeugnisse von Religion in Bali und reicht ursprünglich vermutlich weit in die vorhinduistische, das heißt buddhistische Zeit der Insel der Götter und Dämonen zurück, bis Sie ab dem 11. Jahrhundert hinduistischen oder buddhistischen Mönchen als Unterkunft diente. Unweit der Höhle finden sich steinerne Buddhas. Die Kultstätte zeugt demnach von einer Zeit, in der Balis religiöse Landschaft von zwei Weltreligionen dominiert wurde. Bis heute ist die Anlage nicht vollständig entschlüsselt.
Paradoxerweise gab es auf Bali bis vor Kurzem keine Elefanten. Die Höhle trägt deshalb ihren Namen möglicherweise zu Unrecht. Er wird den holländischen Archäologen zugeschrieben, die die Höhle entdeckten und den Dämonen, der die Pforte der Höhle umschließt für das Abbild eines Elefanten hielten. Andere gehen davon aus, dass die Höhle ein Quellheiligtum darstellt und der Name in Anlehnung an den naheliegenden Elefantenfluss vergeben wurde.

File 275Anders als die Fledermaushöhle Goa Lawah, können Sie die Elefantenhöhle betreten. Im Inneren finden Sie eine Reihe von hinduistischen Gottheiten (wie etwa Ganesh, Brahma, Vishnu und Shiva), sowie eine Vielzahl von Phallussymbolen, die Weltenwächter darstellen. Bringen Sie wenn möglich eine Taschenlampe mit, denn die Höhle wird nicht beleuchtet. Unweit der Höhle, oder besser gesagt auf dem Weg zur Höhle, finden Sie die imposante Badeanlage, die ihrerseits erst in den 1950er Jahren entdeckt wurde. Dem Wasser, das aus Karaffen von einem halben Dutzend steinerner Quellnymphen in die drei Badebecken strömt, werden magische Kräfte und eine heilende Wirkung nachgesagt.
Die Höhle des Elefanten ist gerade bei Tagestouristen, die aus dem Süden Balis (Kuta, Legian, Seminyak) oder Sanur, Klungkung und Candi Dasa anreisen sehr beliebt und ist deshalb mitunter überlaufen. Stellen Sie sich vorsichthalber auch auf die Vielzahl von fliegenden Händlern ein, die Ihnen mehr oder weniger traditionelle balinesische Souvenirs und allerlei Tand anpreisen werden.